Zertifikate Definition & Erklärung 2023 – Das sollten Sie wissen!

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Funktionsweise und Einsatzgebiete von Anlagezertifikaten

Zertifikate ermöglichen zu niedrigen Kosten die Umsetzung einfacher und komplexer Anlagestrategien und sind aufgrund ihrer Liquidität und Stückelung gut für Privatanleger geeignet. Die größte Stärke der Produkte ist ihre Vielfalt, die größten Risiken betreffen ihre mögliche Komplexität und die rechtlichen Rahmenbedingungen. Was sind Zertifikate und worin besteht ihr Mehrwert?

Eine einheitliche Zertifikate Definition muss sich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner der Produktvielfalt reduzieren. Zertifikate werden von Banken als Inhaberschuldverschreibungen emittiert und börslich sowie außerbörslich gehandelt. Ihr Payoff-Profil leitet sich aus der Kursentwicklung eines oder mehrerer Märkte ab.

Keine einheitliche Zertifikate Definition

Im Hinblick auf Funktionsweise, Konstruktion und Einsatzgebiete lässt sich dagegen kaum eine einheitliche Zertifikate Definition formulieren. Eine Kostprobe der Produktvielfalt: Knock-Out-Zertifikate bilden ein kreditfinanziertes Portfolio ab, Diskontzertifikate imitieren eine Covered-Call-Strategie und Garantiezertfikate wirken wie ein Portfolio aus Zerobonds und Indexoptionen.
Die Zertifikate Erklärung der meisten Emittenten beschränkt sich auf die Funktionsweise und lässt die dafür verantwortliche Konstruktion des Zertifikats außer Acht. So wird das Prinzip eines Diskontzertifikats als Tausch dargestellt: Der Käufer des Zertifikats erwirbt den Basiswert mit einem Rabatt auf den aktuellen Marktpreis und verzichtet dafür im Gegenzug auf Kurssteigerungen oberhalb eines festgelegten Kursniveaus.

Zertifikate Erklärung am Beispiel Diskontzertifikat

Um das Wirkungsprinzip von Anlagezertifikaten nachzuvollziehen sollten Anleger jedoch einen Schritt weiter gehen und versuchen, ein interessantes Zertifikat hypothetisch selbst zu konstruieren. Die Kenntnis der einzelnen Bestandteile mitsamt ihrer spezifischen Eigenschaften verbessert das Verständnis für marktbedingte Stärken und Schwächen jeder einzelnen Zertifikategattung.

Am Beispiel eines Diskontzertifikats wird dies rasch deutlich. Das Zertifikat lässt sich nachbilden, indem der Basiswert erworben wird (Longposition) und parallel dazu eine Kaufoption auf den Basiswert verkauft wird (Short- bzw. Stillhalterposition in einer Calloption). Die mit dem Verkauf der Option vereinnahmte Prämie finanziert den Diskont auf den Marktpreis. Die Prämie fällt umso höher aus, je näher der Ausübungspreis der verkauften Option am Marktkurs liegt und je höher die Volatilität ist. Der Ausübungspreis der Option entspricht der Gewinnobergrenze des Diskontzertifikats. Die Zertifikate eignen sich für die Erwartung stagnierender bzw. leicht steigender oder fallender Kurse.

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Rechtliche Rahmenbedingungen von Zertifikaten

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Zertifikate sind Inhaberschuldverschreibungen der jeweiligen Emittenten und darüber hinaus häufig nachrangig gestaltet. Das ermöglicht häufig attraktive Konditionen, birgt aber auch Ausfallrisiken, die Anlegern zum ersten Mal im Zusammenhang mit der Finanzkrise gewahr geworden sind. Kann der Emittent seinen Verpflichtungen nicht nachkommen, verfällt das Zertifikat unabhängig von der Entwicklung des Basiswertes. Die Einlagensicherung (ob gesetzlich oder freiwillig) greift in diesem Fall nicht.

Ob sich die Inkaufnahme des Emittentenrisikos lohnt, hängt auch von verfügbaren Alternativen ab. Vor allem einfache Indexzertifikate können mittlerweile unkompliziert durch börsengehandelte Indexfonds (ETFs) ersetzt werden. Diese bilden ihre Basis ebenfalls eins zu eins ab, eliminieren durch den Mantel eines Sondervermögens aber das Emittentenrisiko. Das Angebot an ETFs auf komplexere Portfolios wächst und wird den Zertifikatemarkt in den kommenden Jahren vor einige Herausforderungen stellen.

Börslicher oder außerbörslicher Handel

Um Zertifikate kaufen zu können ist ein Wertpapierdepot bei einem Broker oder einer Bank erforderlich. Über die Zuordnung des Depots zu einer Risikoklasse wird festgelegt, welche Gattungen von Zertifikaten erworben werden können. Für ein Hebelprodukte Depot ist die Finanztermingeschäftsfähigkeit erforderlich, die durch die Bestätigung der Kenntnisnahme besonderer Risiken erworben wird.

Die meisten Broker rechnen den börslichen Handel mit Zertifikaten zu denselben oder ähnlichen Gebühren ab wie eine Aktienorder. Die meisten Privatanleger handeln über die EUWAX. Im Bester Zertifikate Broker Vergleich lohnt sich insbesondere ein Blick auf den außerbörslichen Handel. Manche Broker kooperieren hier mit zwei Dutzend Emittenten und bieten laufend No-Fee und Flat-Fee-Aktionen an.

Typen und Einsatzgebiete von Zertifikaten

Eine ausführliche Zertifikate Erklärung für jeden am Markt gängigen Typ würde an dieser Stelle den Rahmen sprengen. Nach den bereits angeführten Diskontzertifikaten sollen deshalb Funktionsweise und Einsatzmöglichkeiten von Kapitalschutz-, Bonus- und Hebelzertifikaten erläutert werden.

Kapitalschutzzertifikate (auch: Garantiezertifikate) garantieren dem Inhaber die vollständige Rückzahlung des Nennwerts zum Laufzeitende. Zusätzlich partizipiert das Zertifikat in einem festgelegten Verhältnis von Kurssteigerungen im Basiswert. Zertifikate dieses Typs werden mit festverzinslichen Wertpapieren und Optionen auf den Basiswert konstruiert. Der in festverzinslichen Wertpapiere (zum Beispiel Nullkuponanleihen) angelegte Anteil des Kapital wird so gewählt, dass am Laufzeitende durch Zins und Tilgung exakt der Nennwert sicher zur Verfügung steht. Der restliche Teil wird in Optionen auf den Basiswert investiert.

Wann sind Garantiezertifikate attraktiv?

Die Partizipationsrate von Garantiezertifikaten hängt vom Zinsniveau und der Marktvolatilität zum Zeitpunkt des Fixings ab. Je höher das Zinsniveau und je niedriger die Volatilität, desto großzügiger kann die Partizipationsrate gestaltet werden. Typischerweise wächst das Interesse an Produkten mit Kapitalgarantien in exakt gegenteiligen Marktsituationen: Bei Turbulenzen steigt die Volatilität am Aktienmarkt. Zudem schichten viele Investoren in sichere Anleihen um, so dass deren Renditen sinken. Um den Einfluss der Volatilität nachzuvollziehen muss ggf. eine Optionsscheine Erklärung zu Rate gezogen werden.

Eine gänzlich andere Zertifikate Definition liegt Bonusprodukten zugrunde. Das Auszahlungsprofil von Bonuszertifikaten hängt maßgeblich davon ab, ob der Kurs des Basiswertes zu irgendeinem (!) Zeitpunkt während der Laufzeit ein festgelegtes Kursniveau (Sicherheitsbarriere) erreicht hat oder nicht. Wurde die Barriere verletzt, wandelt sich das Bonus- in ein Indexzertifikat um – und zwar unwiderruflich. Wurde die Barriere nicht verletzt, wird zum Laufzeitende mindestens der Nennwert zzgl. eines festgelegten Bonuslevels ausgezahlt. Einzige Ausnahme: Notiert der Basiswert über dem Bonuslevel wird die Indexrendite ausgezahlt.

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Eigenschaften und Konstruktion von Bonuszertifikaten

Bonuszertifikate eignen sich für Anleger in Erwartung steigender oder seitwärts tendierender Märkte. Die Konstruktion der Papiere ist recht kompliziert, was an einem einzigen Bestandteil liegt: Mit dem Verzicht auf die Dividendenzahlungen des Basiswertes wird eine Down-and-Out-Put-Option finanziert. Diese schützt vollständig gegen Kursverluste – aber nur, solange der Markt einen festgelegten Kurs (dem die Sicherheitsbarriere entspricht) nicht berührt. Geschieht dies, verfällt die Option und mit ihr der Versicherungsschutz sofort wertlos.

Wer mit hohem Hebel auf steigende oder fallende Kurse setzen möchte benötigt Turbo- oder Knock-Out-Zertifikate. Das Prinzip soll an einem Bull-Zertifikat mit 40fachem (Ausgangs-)Hebel auf den DAX erläutert werden. Der DAX notiere bei 8.000 Punkten. Ein Turbo-Bull-Zertifikat mit einer Finanzierungsschwelle von 7200 Punkten und einem Knock-Out-Level von 7400 Punkten kostet 8,00 Euro (1 Indexpunkt = 1 Cent Nominalwert im Zertifikat). Mit dem Kaufpreis erwirbt der Anleger den Eigenkapitalanteil an einem DAX-Portfolio im Marktwert von 80,00 Euro und handelt demnach das Zehnfaches des Einsatzes.

Turbo-Zertifikate für den Handel mit Hebel

Steigt der DAX um 5,00 Prozent auf 8.400 Euro, kann das Zertifikat zu 12,00 Euro verkauft werden (hier sei idealtypisch eine Situation ohne Spread angenommen), so dass ein Gewinn von 50,00 Prozent erzielt wird. Fällt der DAX dagegen um 7,50 Prozent auf 7400 Punkte oder darunter, verfällt das Zertifikat wertlos.

Für was sind Zertifikate notwendig, wenn es CFDs gibt? Die Antwort ist einfach: Bei Zertifikaten wird immer zu börslichen Kursen abgerechnet, so dass allenfalls DMA-Broker mit direkten Zugang zum Orderbuch der Börse eine Konkurrenz darstellen können.

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